Budapest war jüngst Schauplatz für ein Ringerspektakel. Im Rahmen der Ranking Serie des Weltverbandes United World Wrestling hat der Deutsche Ringer-Bund auch den Westendorfer Niklas Stechele auf die Matte geschickt. Im Limit bis 57 Kilo traf der 23-jährige Freistilspezialist auf Almaz Smanbekov aus Kirgistan. Mit 0:2 musste sich der Allgäuer dem amtierenden Asienmeister knapp geschlagen geben. Weil sein Gegner allerdings das Finale erreichte, konnte der U23-Europameister von 2023 über die Hoffnungsrunde ins Kampfgeschehen eingreifen. Nach dem Sieg über den Koreaner Sunggwon Kim (6:2) wartete im kleinen Finale um Bronze der US-Amerikaner Zane Richards. Stechele unterlag am Ende mit 2:6 und beendete das Turnier auf Rang fünf. Übrigens: Der größte Konkurrent des Westendorfers, Horst Lehr aus Ludwigshafen, schied bereits nach einem Kampf in der gleichen Gewichtsklasse aus. Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch völlig offen, wen Bundestrainer Jürgen Scheibe für die Weltmeisterschaft im September in Belgrad nominiert.

Ein weiteres Aushängeschild des TSV Westendorf steht bereits vor dem nächsten internationalen Einsatz. Christopher Kraemer wird vom 25. bis 28. Juli bei einem internationalen Turnier in Warschau (Polen) die Farben Schwarz-Rot-Gold im griechisch-römischen Stil vertreten. Kraemer geht im Limit bis 60 Kilo auf die Matte. Bundestrainer Michael Carl hat neben dem Ostallgäuer noch mit Etienne Kinsinger und Georgios Scarpello zwei weitere Bundeskaderathleten für dieses Limit nominiert.

Drei Westendorfer nehmen bei den deutschen Einzelmeisterschaften der Männer in Heidelberg teil. Der Bayerische Ringer-Verband hat neben dem Freistilass Niklas Stechele auch noch die Griechisch-Römisch-Spezialisten Christopher Kraemer und Felix Kiyek dafür nominiert. Auch vom SV 29 Kempten sind zwei Athletinnen mit von der Partie: Sina Egger (50 kg) und Leonie Mayr (55 kg). Von der TSG Augsburg startet Nina Brosch (50 kg).

Für Niklas Stechele ist es sozusagen ein Heimspiel. Der Westendorfer, der in der Universitätsstadt Heidelberg studiert und lebt, freut sich auf das Spektakel und insbesondere auf die moderne Halle. Der U23-Europameister wird am Freitag nicht im Limit bis 57 Kilo auf die Matte gehen, sondern bis 61 Kilo. Dort hat er es unter anderem mit den Topringern Victor Lyzen (Köllerbach), Ramzan Awtaew (Essen-Dellwig) und Purya Jamali-Esmaeili-Kandi (Aachen-Walheim) zu tun. Sein Kontrahent im DRB, Horst Lehr, startet in seinem angestammten Gewicht bis 57 Kilo. „Die Gegner in meiner Gewichtsklasse sind schon stärker“, hat Stechele aber trotzdem hier sein Ziel vor Augen: Der Gewinn der Goldmedaille. Eine spezielle Vorbereitung auf die Deutsche gab es für ihn nicht. Zehn Tage verbrachte er mit der Nationalmannschaft im spanischen Fuerteventura, um im Grundlagenbereich zu arbeiten. Der 23-jährige Freistiler ist fit für seine nächste nationale Aufgabe.

Angreifen wird am Samstag auch Christopher Kraemer. Im besten Fall soll auch die Titelverteidigung erfolgen, wenn gleich der 28-Jährige heuer im Limit bis 63 Kilo antreten muss. 2022 gewann er Gold bis 60 Kilo. Bundestrainer Michael Carl hat seine Bundeskaderathleten ins höhere Limit befördert. Um den Titel kämpfen besonders Olympiateilnehmer von Tokio 2021, Etienne Kinsinger (Köllerbach) und Andrej Ginc (Frankfurt/Oder). „Ich habe auf jeden Fall starke Konkurrenz und freue mich auf die Herausforderung“, zeigt sich Kraemer optimistisch. Für ihn ändert sich weiterhin nichts an der Fahrtrichtung. Will Kraemer zur Weltmeisterschaft im September nach Belgrad, kommt er um eine Topplatzierung in Heidelberg nicht herum.

Das Westendorfer Trio komplettiert Felix Kiyek, der beim Vorbereitungslehrgang die Landestrainer überzeugte. Im Schwergewicht wird er auf die Matte schreiten und dabei auf die Nationalmannschaftsgrößen wie Franz Richter (Markneukirchen) und Jello Krahmer (Schorndorf) treffen. Sollte es bei der geringen Anzahl der Teilnehmer bis 130 Kilo bleiben, würde das Turnier im Modus „jeder gegen jeden“ ausgetragen werden. „Dann habe ich fünf Kämpfe und bekomme richtig gute Gegner. Ich will es allen so schwer wie möglich machen“, kann Kiyek für sich munter aufringen. „Das wird ein tolles Turnier.“ Für den Griechisch-Römisch-Spezialist sei alles offen. „Wenn ich viel Glück habe, kann ich sogar an Bronze rankommen.“

Der diesjährige Allgäu-Cup des TSV Westendorf ist wieder erfolgreich über die Bühne gegangen. Bei der mittlerweile 17. Auflage nahmen insgesamt 13 Mannschaften teil, wobei der Gastgeber mit 20 Startern die meisten Aktiven stellte. Doch wie schon im Vorjahr setzte sich am Ende der TSC Mering durch. Das Team aus dem Landkreis Aichach-Friedberg lag letztendlich hauchdünn mit 164 Punkten vor den Ostallgäuern, die 163 Zähler verbuchten. Der TSV Kottern mit 99 Punkten lag in der Gesamtwertung abgeschlagen auf Rang drei. Erfreulich ist, dass aus dem Oberallgäu noch der TSV Sulzberg und SV 29 Kempten ihre Athleten ins Ostallgäuer Ringerdorf schickten. Dass sogar der SV Johannis Nürnberg und SC Anger immer wieder nach Westendorf kommen, zeigt auch die kameradschaftliche Verbundenheit unter den Vereinen. Auf der Matte zeigten die Nachwuchsathleten des TSV tolle Leistungen. Sie belohnten sich mit jeweils sechs ersten und zweiten Plätzen. Weitere drei Bronzemedaillen standen ebenfalls zu Buche. Alle Ergebnisse zum Allgäu-Cup gibt es HIER.

Die Westendorfer Christopher Kraemer (er startet für den SV Wacker Burghausen) und Niklas Stechele (SC Siegfried Kleinostheim) wollen ins Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft 2022/23. © Roman Hölzl

Mit Spannung blicken die Ringerfans auf den Samstagabend. Im Playoff-Halbfinale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft stehen die Rückkämpfe auf dem Programm. Welcher Westendorfer Ringer schafft erstmalig den Sprung ins Finale? Die wohl besseren Karten haben Niklas Stechele und der SC Siegfried Kleinostheim.

Zwar verloren die Unterfranken den Hinkampf gegen den Topfavoriten ASV Mainz 88 knapp mit 14:17, doch die Ausgangslange spricht für die Bayern. In der F.A.N.-Arena in Aschaffenburg findet der Rückkampf statt. Ob dann auch Niklas Stechele dabei sein wird, konnte der 22-jährige Bundeskaderathlet auf Anfrage nicht bestätigen. „Das wird aus taktischen Gründen erst am Wettkampftag und auch noch unmittelbar vor der Waage entschieden“, betont er. Denn um die Aufstellung machen beide Teams ein großes Geheimnis. „Für uns ist trotzdem alles noch möglich“, fiebert der Westendorfer dem Schlagabtausch gegen die Rheinhessen bereits entgegen, wobei er den Hinkampf gegen Beka Bujiashvili mit 0:7-Wertungspunkten verlor. „Ich war nicht zufrieden mit meinem Auftritt“, zeigt sich Stechele selbstkritisch. Daheim habe aber das gesamte Team gezeigt, dass auch Topmannschaften straucheln können.

Im rund 430 Kilometer entfernten Burghausen steht der vierfache Deutsche Mannschaftsmeister mächtig unter Zugzwang. Obwohl die Ostbayern fünf Einzelkämpfe im Hinkampf in Schorndorf gewannen, ist die Mission Titelverteidigung in Gefahr. Sieben Punkte müssen der SV Wacker und Christopher Kraemer, der vor einer Woche bei der 8:15-Niederlage nicht aufgestellt wurde, wettmachen. „Es ist noch nichts verloren“, gibt sich der 27-jährige Griechisch-Römisch-Spezialist kämpferisch. Dass er wohl einen Schlüsselkampf im Limit bis 66 Kilo vor der Brust hat, sieht er jetzt nicht so dramatisch. Mit Drucksituationen konnte der Bundesligaakteur schon immer umgehen. „Von daher rechnen wir erst am Schluss ab, wenn alle gerungen haben.“ Burghausen hat die stärkste deutsche Griechisch-Römisch-Achse in seinen Reihen. Jeder Ringer hat enorme Qualität, trotzdem bleibt im Vorfeld ein gebührender Respekt vor den Spartanern. „Sie liegen uns einfach nicht. Einige Begegnungen sind offen. Deshalb müssen wir alle besser als gut sein“, sieht Kraemer aufgrund des Heimvorteils im Rückkampf sein Team dann doch leicht im Vorteil.

Bevor Niklas Stechele und Christopher Kraemer an beiden bevorstehenden Wochenenden mit ihren Teams auf die Matte gehen, haben sie schon für sich und für den TSV Westendorf Geschichte geschrieben. Zum ersten Mal überhaupt stehen die zwei Bundesliga-Ringer im Halbfinale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft.

Im Viertelfinale setzte sich der SC Siegfried Kleinostheim mit Niklas Stechele gegen die Red Devils Heilbronn durch, zeitglich zwangen Burghausen und Christopher Kraemer im rein bayerischen Duell den AC Lichtenfels in die Knie. Während die Ostbayern im Semifinale auf den ASV Schorndorf treffen, geht es für die Unterfranken in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt. „Mainz hat schon die Favoritenrolle, wenn gleich wir uns vor niemanden verstecken müssen“, wollen Stechele und sein Team die bestmögliche Ausgangsposition für den Rückrundenkampf eine Woche später daheim holen. Schon vor einer Woche waren über 1.000 Zuschauer zum Viertelfinalrückkampf in die Maingauhalle geströmt. Im Hinkampf gegen die Rheinhessen muss Niklas Stechele im leichtesten Limit eine harte Nuss knacken, wenn er auf Beka Bujiashvili trifft. Der Georgier errang im März des vergangenen Jahres die Bronzemedaille bei der EM. Er ist eine Granate. Ich versuche auf jeden Fall den Kampf zu gewinnen“, strotzt der 22-jährige Westendorfer nur so vor Selbstvertrauen. Im Rahmen eines internationalen Lehrgangs mit der Nationalmannschaft gab es schon Berührungspunkte auf der Matte, als beide zusammentrainierten. „Beka ist ein lockerer Typ, sehr klein und äußerst explosiv“, will Stechele mit einer unbequemen Ringweise den Georgier zur Verzweiflung und dadurch auch zu Fehlern zwingen. Zum ersten Mal ringt der Bundeskaderathlet aus dem Ostallgäu überhaupt in Mainz. „Wir haben das Halbfinale erreicht, jetzt sind die Chancen sogar auf das Finale da“, so Stechele, der sich natürlich ein rein bayerisches Duell mit dem SV Wacker Burghausen wünscht. Die Ostbayern, die bereits vier Mal in Folge den deutschen Mannschaftsmeistertitel erkämpft haben, gehen bei ihrem Duell gegen den ASV Schorndorf zwar als Favorit auf die Matte, „doch sind sie trotzdem ein sehr unangenehmer Gegner“, so Christopher Kraemer. Der 27-jährige Griechisch-Römisch-Spezialist musste sich in seinem Hauptrundenkampf gegen Razvan Arnaut mit 0:6-Wertungspunkten geschlagen geben. „In diesem Duell war ich nicht konzentriert genug.“ Ob nun der international erfahrene Rumäne oder gar Ruslan Kudrynets aus der Ukraine: Für Kraemer sind beide Gegner Topathleten. Auch wenn Kraemer erst zum Rückrundenkampf in einer Woche im Limit bis 66 Kilo auf die Matte geht, sollen die Teamkollegen schon am Samstag im Hinkampf die Weichen auf das Finale stellen. „Zu verschenken gibt es in keinen der beiden Halbfinalkämpfe etwas“, sieht Kraemer in der Aufstellung der Schorndorfer eine Art Wundertüte. Allerdings rechnet er auch mit jede Menge Emotionen auf und abseits der Matte.

Aktuelles aus den Bezirken

  • Eindrucksvoll: Burghauser Ringer bestätigen bei Thor Masters ihre Formkurve

    Seit jeher dienen dem Deutschen Greco-Nationaltrainer Michael Carl und seinem Trainerstab die im dänischen Nykøbing Falster ausgetragenen Thor Masters als Gradmesser der Leistungen vor den anstehenden großen internationalen Turnieren. Doch geht es heuer nicht "nur" um die Teilnahme an...

  • Westendorfer Niklas Stechele nach Japan eingeladen

    Der Westendorfer Niklas Stechele ist vom Deutschen Ringer-Bund zu einem Lehrgang nach Tokio eingeladen worden. Zwei Wochen lang wird er mit den besten japanischen Topathleten auf der Matte stehen. Neben Stechele, als einzigen bayerischen Athleten, hat Freistil-Bundestrainer Jürgen Scheibe noch...

  • Erfolgreiche Grizzlys holen achtmal Gold

    Erfolgreiche Grizzlys bei den Landesmeisterschaften in Burgebrach. Insgesamt erreichten die Norisstädter elf Medaillen, darunter acht Goldene. © Matthias Baumeister Die Nürnberg Grizzlys sind bei den bayerischen Einzelmeisterschaften der Freistiler im oberfränkischen Burgebrach mit elf Medaillen...

  • Burghauser erkämpfen sechs Medaillen

    Mit zwei Bayerischen Meistern, einem Vizemeister und zwei Bronzemedaillisten kehrte der Burghauser Tross von den diesjährigen Bayerischen Meisterschaften im freien Stil zurück, die am zurückliegenden Wochenende im oberfränkischen Burgebrach ausgefochten wurden. Damit bestätigten die Burghauser...

  • Bezirksmeisterschaft Mittelfranken in Zirndorf

    Zwei Wochen nach dem reibungslosen Verlauf der Bezirksmeisterschaften in Mittelfranken in Burgebrach, standen nun die Titelkämpfe in Zirndorf auf dem Programm. Im Griechisch-Römisch waren die Jahrgänge von der A- bis zur E-Jugend am Samstag gefordert, die Männer gingen am Sonntag über die Waage....

Facebook

Kontakt

Telefon                   +49 (0) 89/15702-370                Geschäftszeiten:
     Telefonzeiten   Mo - Do 9-12 Uhr
Email   gs@brv-ringen.de   Freitags geschlossen
         

Parteiverkehr NUR mit Absprache bzw. terminlicher Vereinbarung möglich!

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok