Ein tolles Bild zum Turnierabschluss: Alle vier teilnehmenden Mannschaften stellten sich zum Gruppenbild auf. © Stefan Günter

Im Jahr 2016 ging es zum letzten Mal um den Schwabenpokal. Damals hieß der Sieger TSV Westendorf. Zehn Jahre sind seither vergangen. Nun stand am vergangenen Wochenende in Sulzberg die Neuauflage dieser besonderen Ringerveranstaltung im Fokus. Nicht aufzuhalten waren die Athleten aus dem Ostallgäuer Ringerdorf.

„Dass wir den Schwabenpokal wiederbeleben konnten, ist allein für unseren Bezirk ein echter Gewinn“, betont Stefan Günter. Der Vorsitzende des Bezirks Schwaben im Bayerischen Ringer-Verband begrüßte in Sulzberg die teilnehmenden Mannschaften aus Aichach, Kottern, Kempten und Westendorf. Ein Team bestand aus drei Jugendlichen und sieben Männern. Dabei konnte die Aufstellung bei den Kämpfen variieren. Mit Peter Sedlmeir (Mering), Ahmet Hamuryudan (Diedorf) und Tobias Trunzer (Kempten) standen drei Mattenleiter zur Verfügung, die die gesamten Kämpfe ohne Probleme durchführten.

Sportlich gesehen war der TSV Westendorf zu stark für die Konkurrenz. Obwohl nur Ringer der Zweiten und Dritten Männermannschaft antraten, waren die Gegner chancenlos. Westendorf gewann zum Auftakt in Runde eins gegen Gastgeber Kempten mit 34:2. Parallel zwang Kottern Aichach mit 30:8 in die Knie. Die Dominanz der Ostallgäuer spiegelte sich auch in Runde zwei wider. Der TSV siegte mit 34:1 gegen Kottern, während Kempten diesmal knapp mit 18:20 gegen Aichach unterlag. In der abschließenden dritten Runde fielen die Ergebnisse noch deutlicher aus. Kottern schaffte mit seinem zweiten Turniersieg im Lokalderby gegen Kempten, der 35:4 endete, am Ende Rang zwei. Westendorf triumphierte mit einem 39:0-Kantersieg über den Turnierdritten Aichach. Letzter wurde der SV 29 Kempten.

„Das Turnier verlief reibungslos und macht Lust auf mehr. Wir werden den Schwabenpokal auch im kommenden Jahr wieder austragen, dann hoffentlich mit noch mehr Teilnehmern aus unserem Bezirk“, so Stefan Günter, der im Nachgang vor allem Gastgeber SV 29 Kempten für den Einsatz in Sulzberg herzlich dankte.

Westendorf war am vergangenen Wochenende wieder Schauplatz für mehrere Ereignisse. Nicht nur, dass am Samstag ein Bezirkstraining stattfand, nahmen parallel fünf TSV-Nachwuchsathleten an der Ausbildung zum Kampfrichter teil. Der Höhepunkt erfolgte dann am Sonntag, als die 20. Ausgabe des Allgäu-Cups ausgetragen wurde.

Knapp 50 Aktive nahmen an der Maßnahme teil. Schwabens Bezirkschef Stefan Günter bedankte sich nicht nur bei den Nachwuchsathleten für ihre Teilnahme in Westendorf, sondern hob im Vorfeld auch die Organisation von TSV-Nachwuchscheftrainer Jürgen Stechele hervor. Er hat es geschafft, drei Trainer für diesen Tag zu gewinnen. Mit Bogdan Kabyn, der selbst seit zwei Jahren für Westendorf in der Regionalliga Bayern startet, gesellte sich noch Niklas Stechele dazu. Der 26-Jährige gewann jüngst im unterfränkischen Elsenfeld zum dritten Mal in Folge den deutschen Meistertitel im Freistil.

Komplett wurde das Trainertrio noch durch Marcel Fornoff, Freistil-Cheftrainer des Bayerischen Ringer-Verbandes, der extra aus Aschaffenburg für diesen Trainingstag anreiste. Insgesamt standen zwei intensive Einheiten für die schwäbischen Nachwuchsringer auf dem Programm. Dabei erhielten wertvolle Tipps und Tricks.

Parallel lief sogar noch ein Kampfrichterlehrgang, bei dem Manuel Kinberger, Moritz Weh, Emil Schwab, Fabian Stechele und Max Vogel (alle Westendorf) daran teilnahmen. Während am Samstag die Theorie und ein schriftlicher Test auf dem Programm stand, nahmen die neuen Kampfrichter mit Bezirkslizenz einen Tag später am Allgäu-Cup teil. Robert Reitmeir (Aichach) Kampfrichterchef des Bayerischen Ringer-Verbandes, selbst nahm die erfolgreiche Praxisprüfung ab. Bei der mittlerweile 20. Auflage startete Gastgeber Westendorf wieder außer Konkurrenz. Allein 39 Aktive, vor allem viele junge Mattenfüchse, gingen vom TSV in den Altersklassen U8, 10 und U12 über die Waage. Sie erreichten 10-mal Gold, 10-mal Silber und 7-mal Bronze.Westendorf holt sich souverän die Gesamtwertung. Als Zweitplatzierter sicherte sich der TSV Kottern den Wanderpokal.



Knapp 50 Nachwuchsathleten mit ihren Trainern nahmen am Bezirkstraining in Westendorf teil. © Ulf Zeitler

Westendorfs Ringer sorgen weiterhin für Schlagzeilen. Der Deutsche Ringer-Bund (DRB) hat für die Europameisterschaft in Tirana (Albanien) wieder Niklas Stechele nominiert. Mit dem Ludwigshafener Horst Lehr ist ein großer Konkurrent nach einer langen Verletzung wieder zurückgekehrt. Während Lehr bei den kontinentalen Titelkämpfen im Limit bis 57 Kilo gefordert sein wird, ist der Westendorfer dagegen in der Gewichtsklasse bis 61 Kilo im Einsatz. Seit Jahren ist Stechele ein fester Bestandteil der Ringer-Nationalmannschaft. Der 26-jährige Freistiler, der im vergangenen Jahr erstmalig den Titel des Militär-Weltmeisters in Deutschland gewann, ist aktuell der einzige bayerische Ringer im Freistilteam des DRB. Die EM findet vom 20. bis 26. April in der albanischen Hauptstadt statt.

Unterdessen hat Christopher Kraemer einen kleinen Rückschlag erlitten. Nach dem Titelgewinn mit dem SV Wacker Burghausen wollte der Griechisch-Römisch-Spezialist auch auf internationaler Ebene wieder durchstarten. Der 30-Jährige war für die Thor Masters in Dänemark gesetzt. Doch ein hartnäckiger Virus zwang ihn nun zu einer nicht vorhergesehenen Zwangspause. „Ich konnte einige Wochen nicht trainieren.“ Nun konzentriert sich Kraemer auf die Vorbereitung zu den deutschen Einzelmeisterschaften, die Anfang Juni in Elsenfeld (Unterfranken) stattfinden werden.

Sie feuerten Christopher Kraemer (Bildmitte) in Weingarten an: Von links, Markus Stechele, Steve Masuch, Vanessa Baumann und Tizian Reggel. © Markus Stechele

Die erste Hürde hat der SV Wacker Burghausen im Kampf um den Gewinn des deutschen Mannschaftsmeistertitels im Ringen bereits gemeistert. Die Ostbayern gewannen am vergangenen Samstag den ersten Finalhinkampf auswärts gegen den SV Germania Weingarten knapp mit 12:11. Im Aufgebot stand auch der Westendorfer Christopher Kraemer, der in seinem Kampf bis 66 Kilo im griechisch-römischen Stil Youngster Janis Heinzelbecker deutlich mit 18:0-Wertungspunkten von der Matte fegte. Wir sprachen dazu mit Christopher Kraemer.

Wie analysierst du deinen Kampf?

Christopher Kraemer: Ich habe eine Duftmarke gesetzt. Es lief einfach optimal für mich, weil ich von Beginn des Kampfes vorwärtsgegangen bin. Janis Heinzelbecker war körperlich unterlegen, das habe ich zu meinem Vorteil ausgenutzt.

Es war dein elfter Sieg im elften Bundesligakampf in dieser Saison. Wie fühlt es sich an, ungeschlagen zu sein?

Kraemer: Einfach großartig! Nach meiner langwierigen Verletzung wurde ich durch Matthias Maasch (Anm. d. R.: Trainer und sportlicher Leiter des SV Wacker Burghausen) fitgemacht. Gleich zu Saisonbeginn lief es optimal für mich, wobei du natürlich nicht voraussagen kannst, wie man nach einer langen Verletzung überhaupt zurückkommt. Aber es hat funktioniert. Dennoch wurde mir nichts geschenkt, da ich auch einige Topathleten aus der europäischen Spitze als Gegner hatte. Es war also definitiv keine Laufkundschaft dabei.

Der erste Schritt für den Gewinn des sechsten Titels ist getan. Wie schwer wird der Rückkampf?

Kraemer: Sicherlich sind wir mit dem Stilartwechsel in der Rückrunde nochmals stärker. Ich weiß allerdings auch, und das zeigen die Ergebnisse von Weingarten, dass auch sie extrem stark aufgestellt sind. Wenn wir unsere Athleten auf die Matte bringen und alles für uns läuft, können wir gewinnen.

Wirst du am Samstag ringen?

Kraemer: Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich es weder bestätigen noch dementieren. Bis zum Gang auf die Waage wird es offen sein. Das ist es auch, was das Ringen auch so spannend macht. Trotzdem werde ich mich zu 100 Prozent darauf vorbereiten, da ich natürlich auch mit einem Einsatz rechnen muss.

Im Rückkampf in Burghausen stand nur Niklas Stechele (4.l.r.) auf der Matte. Am Ende siegte der SV Wacker und zieht ins Finale ein. © Markus Stechele

Der SV Wacker Burghausen und Christopher Kraemer stehen im Finale um die Deutsche Ringer-Mannschaftsmeisterschaft. Im Halbfinal-Rückkampf setzten sich die Ostbayern gegen den SC Siegfried Kleinostheim mit 13:8 durch. Noch das erste Aufeinandertreffen endete mit 10:10. Während Kraemer aufgrund des Stilartwechsels in Burghausen nicht zum Einsatz kam, trat dagegen Vereinskollege Niklas Stechele stilartfremd gegen Fabian Schmitt in der Gewichtsklasse bis 61 Kilo Griechisch-Römisch an. Der Westendorfer in den Diensten der Unterfranken gab seinen Kampf knapp mit 0:1 ab. Wacker Burghausen trifft im Finale nun auf den SV Germania Weingarten, die sich im anderen Semifinale gegen Titelverteidiger Schorndorf durchsetzten. Somit greift Burghausen nach dem insgesamt sechsten nationalen Titel. Die Finalduelle sind am 31. Januar in Weingarten und am 7. Februar in Burghausen.

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