Vorzeitig gewinnt die Zweite Mannschaft der Nürnberg Grizzlys die Meisterschaft in der Oberliga. © Florian Wohlfahrt

Die Nürnberg Grizzlys haben sich am vorletzten Kampftag der Bayerischen Ringer-Oberliga mit einem souveränen Auftritt von ihrem Heimpublikum verabschiedet. Der Spitzenreiter zwang das Kellerkind SV 29 Kempten deutlich mit 27:6 in die Knie und feierte damit den mittlerweile elften Saisonsieg im 13. Kampf.

Zur Pause führte der Gastgeber durch Einzelsiege von Boris Yengibaryan (57 kg), Sebastian Gerlach (66 kg) und Hamed Letaief (98 kg, alle Griechisch-Römisch) mit 10:6. Pech hatte Nürnbergs Mark Barnowski, der in der Gewichtsklasse bis 61 Kilo im Freistil das Duell gegen Nika Meladze lange offen gestaltete, sogar zwischenzeitlich mit 13:12 führte, ehe er den Kampf mit einer Schulterniederlage quittieren musste. Im Schwergewicht gab Maximilian Brandmeyer zwei Mannschaftspunkte gegen Axel Bückle ab.

Der zweite Durchgang lief dann genau nach dem Geschmack der Zuschauer und Fans, die allein fünf Einzelsiege bejubeln konnten. Spannend war es nur im Duell bis 86 Kilo Freistil zwischen Erdogan Güzey und dem Kemptener Lukas Bückle. Der Grizzlys-Akteur erzielte beim 6:6-Remis die letzte Zweier-Wertung und holte sich somit einen Teampunkt. Damir Shifadugov (71 kg, Freistil) zerlegte noch vor dem Pausengong Marcel Blasenbrey mit 16:0-Wertungspunkten. Selbst Griechisch-Römisch-Ass Michael Lutz punktete im Limit bis 80 Kilo Felix Bückle vorzeitig aus. Kurzen Prozess machten auch Benny-Ben Berkil (75 kg, Griechisch-Römisch) und Jakub Mayer (75 kg, Freistil), die ihren Gegner Pierre Bazalik schulterten beziehungsweise technisch überlegen bezwangen. „Die Jungs haben eine klasse Leistung abgerufen, toll gekämpft und sich super präsentiert“, lobt Grizzly-Cheftrainer Matthias Baumeister den Auftritt der Zweiten Mannschaft. Dabei musste das Team noch einige Ausfälle kompensieren, doch die Umstellungen zeigten letztendlich ihre Wirkung.

Die Nürnberg Grizzlys gehen als neuer frisch gebackener Meister der Bayerischen Ringer-Oberliga in den letzten Saisonheimkampf gegen den SV 29 Kempten. Die Allgäuer liegen derzeit am Tabellenende. Dass die Grizzlys zwei Wettkampftage vor Saisonende nun schon die Sektkorken knallen lassen können, hat folgenden Hintergrund: Ursprünglich endete das Hinrundenduell zwischen Erlangen und Kelheim 18:18-Unentschieden. Allerdings musste noch ein Nachholkampf in der Gewichtsklasse bis 57 Kilo absolviert werden. Doch Kelheim verzichtete jüngst darauf, sodass der Ligenreferent des Bayerischen Ringer-Verbandes, Jens Heinz, in Absprache mit dem neuen Landesrechtsausschussvorsitzenden Alexander Hanzelka den Einzelkampf inzwischen für Erlangen wertete. Letztendlich gewann Erlangen den Gesamtkampf mit 22:14. Statt drei haben Kelheim und Untergriesbach aktuell vier Zähler Rückstand. Weil die Grizzlys gegen beide Teams den direkten Vergleich für sich entschieden, können die Nürnberger, auch bei zwei möglichen Pleiten gegen Kempten und eine Woche später in Freising, nicht mehr vom Thron gestoßen werden.

Jüngst starteten fünf Mannschaften in Burgebrach in der Steigerwald-Halle, um den diesjährigen Bezirkspokal zu gewinnen. Dieses Turnier ist vor allem für die Ringer aus der zweiten Reihe der Vereine gedacht, die in der Bezirksoberliga eine Ligarunde ringen, beziehungsweise die Vereine, die dies personell nicht leisten können. Es waren über 70 Ringerinnen und Ringer angetreten, um ihre Kräfte zu messen. Der SV Johannis 07 Nürnberg holte mit seiner Zweiten Mannschaft den Sieg und bei den folgenden Platzierungen mussten die Kampfpunkte entscheiden. Ein Zeichen für spannende und intensive Kämpfe. Jeder Ringer und jede Ringerin wurden mit einer Medaille für ihren Einsatz belohnt. Alle Beteiligten hatten viel Spaß am „schönsten Sport der Welt“.  Es sei hier nochmals dem TSV Burgebrach gedankt für die Übernahme des Turniers und allen fleißigen Helfern im Hintergrund.

© Peter Fröhlich

Gemeinsam haben sich die beiden Bezirke Mittelfranken und Main-Spessart im Bayerischen Ringer-Verband zu einem Bezirkstrainingstag in Unterdürrbach zusammengeschlossen. Es war nach Zirndorf und Neumarkt die dritte bezirksübergreifende Maßnahme. Insgesamt nahmen 44 Athleten daran teil, darunter auch die beiden Teams des KSC Niedernberg und KSC Hösbach. Weitere sechs Vereine kamen aus Mittelfranken. Insgesamt führten die Trainer aus beiden Bezirken mit den Athleten zwei Trainingseinheiten durch. Grundlage war das RiKa in Bronze und Silber. Peter Körper vom Bezirk Main Spessart hat sich bei dieser dritten Maßnahme ebenfalls engagiert.

Der Bezirksvorsitzende von Mittelfranken, Martin Ackermann, zog ein zufriedenes Fazit: „Vielen Dank an den TV Unterdürrbach für die Ausrichtung und die kostenlose Mittagspause. Danke auch an den TSV Burgebrach, der eine zusätzliche Matte mitgebracht hat.“ Im kommenden Jahr soll es nochmals ein gemeinsames Training mit beiden Bezirken geben.

© Martin Ackermann

Die Nürnberg Grizzlys kommen in der Zweiten Bundesliga Nord weiterhin nicht auf die Füße. Eine Woche nach der knappen Niederlage gegen den RSV Rotation Greiz setzte es gegen den bisher ungeschlagenen KSV Witten eine 12:20-Niederlage. Nur vier der insgesamt zehn Einzelkämpfe gingen auf das Konto der Nürnberger.

Die Voraussetzungen waren schon vor dem Anpfiff nicht optimal. Fehlten den Grizzlys doch Rostislav Leicht und Nico Baumeister. „Zur Pause war es schon ernüchternd“, blickt Grizzly-Cheftrainer Matthias Baumeister auf die erste Halbzeit der fünf Einzelkämpfe zurück. Nach fünf Kämpfen lagen die Nürnberger bereits mit 4:12 zurück.

„Wir lassen gerade zu viel liegen. Yusuf verliert nach einer 2:0-Führung, auch Enes muss im Schwergewicht seinen Kampf nicht abgeben. Unterm Strich kann ich mit der Gesamtleistung nicht zufrieden sein“, so Baumeister, der im Zuge der Vorbereitungsphase für die U23-WM in Novi Sad auch noch auf den Ungarn Levente Levai nicht zurückgreifen konnte.

In der Tabelle der Zweiten Bundesliga Nord liegen die Nürnberg Grizzlys mit 0:6-Punkten derzeit auf dem vorletzten Rang. Bereits am kommenden Samstag geht es zum Auswärtskampf nach Aue.

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