Wenn an diesem und nächsten Wochenende das Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft zwischen dem amtierenden Titelträger SV Wacker Burghausen und dem KSV Köllerbach aus dem Saarland über die Bühne geht, wird sicherlich auch Christopher Kraemer diese zwei Duellen verfolgen. Der 24-jährige Ostallgäuer, der sich in dieser Saison den Red Devils Heilbronn anschloss, erlebte im Viertelfinal-Rückkampf gegen den ASV Mainz die schwärzeste Stunde in seinem Sportlerleben. Kraemer zog sich zum ersten Mal einen Kreuzbandriss zu. Am Ende scheiterten die Devils denkbar knapp. Doch wie geht es nun für Kraemer weiter? Er stand Rede und Antwort.

Bild: Christopher Kraemer (rotes Trikot) wird die nächsten Monate keinen Hochleistungssport betreiben können. Foto: Stefan Günter

Die Diagnose Kreuzbandriss ist für jeden Sportler eine Horrornachricht. Welche Gedanken gehen einem durch den Kopf?

Kraemer: Im ersten Moment war es schon ein Schock. Doch ich bin froh, dass ich schnell einen MRT-Termin bekommen habe. Im Saarland wurde ich von DRB-Arzt Klaus Johann dann operiert.

Dein Viertelfinal-Rückkampf war – wenn man es im Nachgang betrachtet – ein Schlüsselkampf. Hättest Du keine Vierer-Wertung abgegeben, dann wäre Heilbronn im Halbfinale Wie gehst Du damit um?

Kraemer: Ich bin mir sicher, dass ich keine vier Mannschaftspunkte abgegeben hätte. Mir die Schuld zu geben, macht keinen Sinn. Ich musste ja nicht ohne Grund aufgeben. Mir den Schwarzen Peter zuzuschieben, wäre in diesem Fall sehr ungerecht.

Die Genesungswünsche waren enorm, nicht nur von Seiten der Westendorfer, sondern auch von den Red Devils Heilbronn. Baut Dich das auf?

Kraemer: Ja, natürlich. Ich freue mich schon darüber, weil es großartig ist, so viele Nachrichten zu erhalten. Jeder wünscht mir, dass ich bald wieder auf den Beinen bin. Dennoch ist es bitter. Ich war mitten in der EM-Vorbereitung. Mein Ziel war die Teilnahme in Italien. Verletzungen kommen immer dann, wenn man sie nicht braucht. Ich muss es nehmen, wie es ist.

Du wurdest bereits erfolgreich operiert. Wie genau verlaufen jetzt die Reha-Maßnahmen?

Kraemer: Im Februar werde ich für drei Wochen auf Reha gehen. Anschließend geht es dann in Eigenregie weiter. Es wird bestimmt einige Zeit in Anspruch nehmen bis ich wieder Schwimmen oder auch leichtes Jogging machen kann. Um Ausdauersport zu tätigen, braucht es noch viel Zeit, mindestens zwei Monate. Für mich geht es wieder bei null los.

Welches Fazit ziehst Du nach Deinen absolvierten Kämpfen für die Red Devils Heilbronn?

Kraemer: Die Saison hat mir gut gefallen. Ich hatte gute Gegner. Was sehr positiv ist, dass Heilbronn alles auf einem sehr hohen professionellen Levbetreibt. Was meinen Aufwand angeht, hat es für mich auf jeden Fall gepasst. Ich denke schon, dass die Verantwortlichen mit mir zufrieden waren. Ob ich weiterhin bei den Devils bleibe, werden die Gespräche zeigen.

Der TSV Westendorf verliert für die kommende Oberliga-Saison eine wichtige Stütze. Freistilspezialist Niklas Stechele schließt sich in der Bundesliga-Runde 2020/2021 dem unterfränkischen Club SC Siegfried Kleinostheim an. Nach Christopher Kraemer, der in dieser Saison seine Ringerstiefel bereits für die Red Devils Heilbronn schnürte, verlässt nun ein weiteres Eigengewächs den Verein.

„Ich möchte mich weiterentwickeln, auch wenn es schon etwas schmerzt, meine gewohnte Umgebung zu verlassen. Aber es ist der beste Weg für mich“, sagt der 19-jährige DRB-Kaderathlet des Deutschen Ringer-Bundes. Stechele selbst hatte zahlreiche Anfragen, denn deutsche Spitzenringer sind in der Bundesliga heiß umworben. Für Niklas Stechele war es allerdings ein langer Entscheidungsprozess, ein Für und Wider. Doch schlussendlich waren es die Warrios aus dem Raum Aschaffenburg, die die Vereinsverantwortlichen des TSV Westendorf und besonders den Kaderathleten überzeugten. „Niki hat eine unglaubliche Entwicklung genommen. Er hat den nächsten Schritt gemacht. Uns war klar, dass es immer schwerer werden würde, ihn zu halten. Von daher war und ist es uns wichtig, dass er auch bei einem Verein gut unterkommt“, sagt TSV-Vorstand Robert Zech und verweist dabei im gleichen Atemzug auf das faire Miteinander und den Dialog mit den Verantwortlichen aus Kleinostheim. Denn die Warrios wollen die Plattform Bundesliga nicht nur den ausländischen Legionären bieten. „Niklas findet bei uns ein familiäres und ehrliches Umfeld. Hier kann er sich sportlich wie auch menschlich entwickeln. Durch die Nähe von seinem Studienort in Heidelberg bietet es sich gut an. Er hat kurze Wege zum Team“, sagt Kleinostheims Vorstandsvorsitzender Thomas Sokolowski. Selbst Freistil-Bundestrainer Jürgen Scheibe befürwortet den Wechsel Stecheles in die deutsche Eliteliga. Es sei eine sehr gute Entscheidung. Nur so könne er weiterkommen. Mit Horst Lehr und Viktor Lyzen hat Niklas Stechele adäquate Trainingspartner in Heidelberg. „Ich bin mir sicher, dass wir sehr viel Freude an ihm haben werden“, betont Jürgen Scheibe.

Unterdessen verliert der TSV Westendorf einen absoluten Punktegaranten. In der abgelaufenen Oberliga-Runde blieb Niklas Stechele ungeschlagen, gewann alle seine Kämpfe zum Teil technisch überlegen. „Sicherlich ist es sehr schade, aber wir verstehen die Entscheidung, können sie nachvollziehen“, sagt Cheftrainer Klaus Prestele. „Er braucht eine sportliche Herausforderung und in Kleinostheim wartet ein gesunder Verein auf ihn.“ Abteilungsleiter Thomas Stechele ergänzt: „Kleinostheim hat sich um ihn am meisten bemüht, sie haben ein gutes Trainingsgespann und ein professionelles Umfeld. Das hat dort alles Hand und Fuß.“

Im September startet die neue Bundesliga-Saison. In Kleinostheim wird Stechele im Limit bis 57 und 61 Kilo im Freistil seine Einsätze bekommen. Doch zuvor liegt der Fokus bei der intensiven Vorbereitung auf die im April stattfindenden nationalen Titelkämpfe der Junioren im hessischen Rimbach. Bei Einzelmeisterschaften wird der Allgäuer weiterhin für den TSV Westendorf starten. Fest im Blick hat Stechele zudem die WM und EM 2020.

Der Bezirk Schwaben im Bayerischen Ringer-Verband hält am 18. Januar 2020 seinen ordentlichen Bezirkstag ab. Die Versammlung findet ab 10.00 Uhr in Westendorf, im Bürgerhaus Alpenblick, statt. 

Die Bezirksmeisterschaften in Schwaben werden im Jahr 2020 relativ spät stattfinden. Während viele Bezirke vorwiegend den Januar für ihre Titelkämpfe hernehmen, so werden in Schwaben erst am 20. Juni die Titelträger in unterschiedlichen Alters- und Gewichtsklassen ermittelt.

Mit großen Erwartungen ist Christopher Kraemer nach Dortmund gereist. Doch für den Ringer des TSV Westendorf war der Große Preis von Deutschland bereits nach einem Kampf schon wieder vorüber. Damit musste der 23-jährige Kaderathlet des Deutschen Ringer-Bundes in kürzester Zeit bereits zum zweiten Mal vorzeitig die Segel streichen. Schon bei den European Games im weißrussischen Minsk schied Kraemer vorzeitig aus.

Es war ein qualitativ sehr hochwertiges Turnier. Besonders die Russen gaben wieder den Ton an. Kraemers Gegner kam allerdings aus Litauen. Justus Petravicius, der in der kommenden Saison für den Bundesligisten SV Siegfried Hallbergmoos auf die Matte gehen wird, gewann das Duell im Limit bis 60 Kilo mit 11:5-Wertungspunkten. „Es war ein überaus heißes Gefecht, ein ewiges hin und her“, bilanziert der TSV-Ringer seinen einzigen Auftritt in Dortmund. Einen zwischenzeitlichen 0:6-Rückstand konnte Kraemer zwar kompensieren, doch der Litauer war am Ende der effektivere und cleverere Ringer in der sechsminütigen Kampfzeit. „Er war der bessere Athlet“, kommt Bundestrainer Michael Carl zu der Erkenntnis, „dass Chris nun bereit sein muss, den nächsten Schritt zu gehen und an seinen Schwachpunkten zu arbeiten“, verweist er dabei auf Kraemers ewigen Widersacher, Etienne Kinsinger, der sich beim Grand Prix am Ende mit Bronze schmücken durfte. Der Saarländer zerlegte im kleinen Finale Justus Patravicius buchstäblich und schulterte ihn vorzeitig nach zwei Minuten Kampfzeit. „Etienne ist in dieser Gewichtsklasse weiterhin die Nummer eins. Daran wird sich nichts ändern“, so der Bundestrainer. Daher wird Carl auch bei der Mitte September stattfindenden Weltmeisterschaft in Nur-Sultan (Kasachstan) wohl auf Kinsinger setzen. Allerdings sind die Chancen, dass sich Christopher Kraemer über eines der angesetzten Qualifikationsturniere für die Olympischen Spiele qualifizieren könnte, zum jetzigen Zeitpunkt nicht besonders groß. Würde Kinsinger bei der WM nicht auf Anhieb das Ticket für Tokio lösen, hätte er noch drei Möglichkeiten. Kraemer dürfte sich mit einer Nichtteilnahme wohl abgefunden haben. Von daher gilt der Fokus auf die Ende September beginnende Bundesliga-Runde. Hier geht er für die Red Devils Heilbronn auf die Matte. „Diese Kämpfe brauche ich, um weiterhin international bestehen zu können“. Bis kommenden Sonntag steht noch in der Sportschule Hennef ein weiterer Lehrgang auf dem Programm. Insgesamt trainieren elf Nationen mit insgesamt rund 100 Athleten. Auch Christopher Kraemer ist als Kaderathlet des DRB mit dabei, ehe er im Anschluss bis zum Bundesliga-Start Ende September Zeit findet, wieder durchzupusten.

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