Die Spatzen pfiffen es schon längst von den Dächern. Jetzt ist es amtlich: Der SV Siegfried Hallbergmoos bestritt in der vergangenen Saison gegen den FC Erzgebirge Aue seinen letzten Bundesligakampf. Sportlich lief es für die Hallberger in dieser Runde überhaupt nicht optimal. Mit 9:19-Punkten beendete der SVS die Runde auf Rang sechs. Dennoch macht Klubchef Michael Prill unmissverständlich klar: Es werde kein Abschied auf Nimmerwiedersehen sein. Hatte er eventuell schon im Sommer 2019 den Rückzug aus der Eliteliga im Hinterkopf? Der Vereinsvorsitzende stand Rede und Antwort:

Wochen und Monate vorher kochte die Gerüchteküche schon, dass Hallbergmoos zurückzieht. Fiel Ihnen mit der Verkündung eine Art Last von den Schultern?

Prill: Dieser Entscheidung ging ein absolut reiflicher Überlegungsprozess über Monate hinweg voraus und ich bin jetzt natürlich sehr glücklich darüber, dass der Beschluss in der Vorstandschaft einstimmig im Sinne des Vereins getroffen wurde.

Was bedeutet der „Rückzug“ aus der Bundesliga für Hallbergmoos?

Prill: Er bedeutet, dass wir in unserer aktuellen Vereinssituation nicht die sportlichen und finanziellen Voraussetzungen für einen weiteren Verbleib in der DRB-Bundesliga haben. Zudem haben wir uns die einmalige Chance erarbeitet gehabt, den Platz unserer zweiten Mannschaft in der momentan zweithöchsten deutschen Ringerliga, der Bayerischen Oberliga, einzunehmen. Die Wiedereinführung der Zweiten Bundesliga zur Saison 2021 haben wir sehr positiv zur Kenntnis genommen und könnte in Zukunft interessant für uns sein.

Hallbergmoos hat schon vor einigen Jahren die Reißleine gezogen, wurde nach seinem Rückzug in die Bayernliga zurückgestuft. Gibt es einen Unterschied zu beiden sportlichen „Rückzügen“?

Prill: Die beiden Rückzüge sind aus meiner Sicht überhaupt nicht vergleichbar. Im Jahr 2013 hatte der Verein noch Restschulden, unser Nachwuchstraining war spärlich besucht und es ging von der ersten in die vierte Liga. Jetzt haben wir keine Schulden mehr, sogar ein finanzielles Polster aufgebaut, unser Nachwuchstraining ist gut besucht und es geht nur von der Bundesliga in die Bayerische Oberliga.

Ergün Aydin hat öffentlich schon deutlich gemacht, dass er den Verein wohl verlassen wird. Wird sich das Personalkarussell arg drehen?

Prill: Wir haben mit unserem Aushängeschild Ergün Aydin, aber auch mit allen anderen Sportlern, sehr offen über unsere Situation kommuniziert. Der SV Siegfried Hallbergmoos wird bei nachvollziehbaren Gründen keinem Steine in den Weg legen, sondern diesen Schritt sogar unterstützen. Das Personalkarussell wird sich aus Abgangssicht sehr drehen, aber das war uns bei unserer Entscheidung bereits bewusst.

Rechnen Sie mit einem großen Umbruch?

Prill: Ja, unser Oberliga-Team wird in der kommenden Saison aus einer Mischung der letztjährigen Bundesliga und Oberliga bestehen, was eine sehr interessante und spannende Aufgabe ist.

Werden Sie weiterhin die Ringerschuhe schnüren – auch in der Oberliga?

Prill: Ja, ich werde selbstverständlich auch in der Oberliga für meinen Verein auf die Matte gehen.

Herrscht denn schon eine gewisse Vorfreude auf die neue eingleisige Bayerische Oberliga?

Prill: Ja, das Niveau in der neuen eingleisigen bayerischen Oberliga wird nochmal steigen und wir freuen uns bereits jetzt auf spannende und hochklassige Derbys.

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