Noch am 14. August feierte er seinen 85. Geburtstag. In der Nacht vom 26. auf den 27. August – also fast 14 Tage später – verstarb Heinz Ostermann. Für viele seiner Wegbegleiter war er nicht nur eine herausragende Persönlichkeit, sondern auch ein Mentor und Freund. In erster Linie war er ein Ringer, der seinem Sport den Stempel aufdrückte.
Innerhalb des Bayerischen Ringer-Verbandes gibt es zahlreiche Menschen, die Heinz Ostermann kennen. Viele hatten ein freundschaftliches Verhältnis zu ihm. So auch BRV-Ehrenpräsident Manfred Werner. „Heinz war ein hervorragender Trainer, weltweit anerkannt. Er war auch ein akribischer Arbeiter“, erinnert sich der Veitshöchheimer an viele Begegnungen zurück. In seiner damaligen Zeit als Kampfrichter im Deutschen Ringer-Bund referierte Ostermann bei Lehrgängen der Mattenleiter. „In seiner Rhetorik war er unschlagbar.“ Selbst nach seinem Ausscheiden beim DRB hielten Werner und Ostermann Kontakt. „Jedes Mal, wenn wir uns trafen, haben wir gute Gespräche geführt.“
Mit Raymund Edfelder gibt es jemanden, der zu seiner Zeit als aktiver Ringer schon die ganze Härte Ostermanns als Cheftrainer zu spüren bekam. Als Dritter Weltmeister (1987) und Dritter Europameister (1988) bei den Junioren erlebte er eindrucksvoll, wie Ostermann als Trainer tickte. Der jetzt 57-Jährige, der in Anger lebt und die Funktion des Bezirkstrainers in Inn/Chiem ausübt, erinnert sich an einige Momente zurück. „Heinz Ostermann war vor allem ein harter Trainer. Wenn trainiert wurde, dann richtig.“ Bei einem Konditionslehrgang im Schwarzwald hat er die teilnehmenden Ringer, eben auch Raymund Edfelder, geschliffen. „Wir waren einen ganzen Tag mit dem Fahrrad unterwegs und abends ging es noch in den Kraftraum“, erzählt er rückblickend.
Auch der Physiotherapeut des Deutschen Ringer-Bundes und Bayerischen Ringer-Verbandes, Christian Halbig, hat bei einigen Veranstaltungen und Events Heinz Ostermann getroffen. „Er hat sich über jede Einladung gefreut, die er erhalten hat. Für mich hat er eine Art Zufriedenheit ausgestrahlt, was er für sich geschaffen hat. Heinz Ostermann hat sich auch nie eingemischt, er war ruhig und hat Interessierten immer einen Rat gegeben.“ Halbig, der in Leinau (Ostallgäu) wohnt, in Mindelheim eine Praxis betreibt, traf Ostermann bei einigen Events des Österreichischen Ringerverbands. Viele Jahre war Christian Halbig als Physiotherapeut für die Österreicher im Einsatz, ehe sich die Wege trennten.
Über Heinz Ostermann
Im polnischen Danzig 1940 geboren, besuchte Ostermann bis zu seinem zehnten Geburtstag die Schule in Klagenfurt (Kärnten), ehe er dann mit seinen Eltern ins Saarland zog. Schon sein Vater Fritz war ein begnadeter Ringer, der sein Fachwissen und Talent an seine drei Kinder weitergab, darunter auch an Heinz. Nach vielen erfolgreichen Jahren als Aktiver wurde Ostermann Trainer. Und das sehr erfolgreich. Für den Deutschen Ringer-Bund war er über 25 Jahre lang tätig und holte mit seinen Athleten über 100 Medaillen. Im Jahr 2007 stand er wieder im Fokus, er unterschrieb beim Österreichischen Ringsportverband und wurde zum Sportdirektor berufen.
Bei der Europameisterschaft in Dortmund im Jahr 2011 kürte ihn der Weltverband zum „Trainer des Jahres“. Der ÖRSV nahm Ostermann 2016 in die „Hall of Fame“ auf, ein Jahr später wurde er Ehrenmitglied des DRB, ehe er vor zwei Jahren noch eine weitere Auszeichnung erhielt: Die Aufnahme in die „Hall of Fame“ des DRB.


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