Große Feierstunde beim Traditionsclub des KSV Bamberg: Unlängst stand eine ganz besondere Ehrung auf dem Programm. In der Laudatio von KSV-Präsident Thomas Tomaszek fanden sich deshalb neben einer langen Liste herausragender sportlicher Erfolge auch viele bewegende Worte, mit welchen in höchster Dankbarkeit und Wertschätzung auf die vielen Jahrzehnte der mit außergewöhnlichem ehrenamtlichen Engagement wirkenden KSV'ler zurückgeblickt wurde.

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v.l.n.r. Zweite Vorsitzende Petra Lurz, Ehrenvorstand Georg Dauer, Dietfried Fösel, Ehrenmitglieder Roswitha Schrenker und Helmut Schrenker und Erster Vorsitzender Thomas Tomaszek. Foto: KSV Bamberg

Für 50 Jahre Mitgliedschaft beim KSV wurde Dietfried Fösel ausgezeichnet. Bei ihm handelt es sich um eine wahre Institution der Bamberger Sport- und insbesondere Fußballwelt, welcher weit über die Grenzen Oberfrankens bekannt und geschätzt ist. Sei es als langjähriger Vorstand des ASV Gaustadt, Sportgerichtsvorsitzender oder Sportberichterstatter, um nur einige seiner langjährigen Stationen zu nennen. Dabei zeichnete ihn stets seine enorme Besonnenheit, große Hilfsbereitschaft und sein vorbildhaftes Wirken im Ehrenamt aus.

Für 60 Jahre wurde KSV-Ehrenmitglied Roswitha Schrenker geehrt, welche sich bereits 1957 als erfolgreiche Sportakrobatin mit einem Bayerischen Meistertitel und der Deutschen Vizemeisterschaft im Kunstturnen in der Bamberger Sportchronik verewigte. Bereits früh übernahm sie als KSV-Schatzmeisterin in besonderer Weise Verantwortung und sorgte hiernach über 40 Jahre dafür, dass die Finanzen der Ringer zu jeder Zeit in vorbildlicher Weise gemanagt wurden. Darüber hinaus war Ihr großes Organisationstalent beim KSV stets sehr gefragt, da bei ihr die Organisation von kulturellen Veranstaltungen, Einzelmeisterschaften, Turnieren und Mannschaftskämpfen stets in besten Händen lagen. Doch damit nicht genug, denn auch die zugehörigen Presseberichte stammten über Jahrzehnte aus ihrer Feder. Das blieb auch beim Bayerischen Ringerverband (BRV) nicht unbemerkt, welcher die Jubilarin als langjährige Frauenreferentin und Statistikwartin für sich gewinnen konnte. So wirkte diese mit ihrem brillanten Sachverstand über viele Jahre sehr erfolgreich in den höchsten Gremien des BRV.

KSV-Ikone und Ehrenmitglied Helmut Schrenker wurde an diesem Tag die Auszeichnung für 65 Jahre zuteil. Als "Herz & Seele" der Bamberger Ringer prägte er in besonderer Weise die Geschichte des KSV; mit ihm sind in untrennbarer Weise viele spektakuläre Erfolge der Bamberger verbunden. Als herausragender Ringer der Deutschen Spitzenklasse holte er auf nationaler Ebene 1960 im Federgewicht die Goldmedaille nach Bamberg. Sein außergewöhnliches sportliches Niveau brachte ihm dann folgerichtig die Nominierung in den Olympiakader der Ringer im Griechisch-römischen Stil. Neben einer weiteren Bronzemedaille bei der Deutschen Meisterschaft war er bei Bayerischen Meisterschaften quasi Seriensieger (1957 - 1961) und errang auch danach noch zweimal Gold. Ab 1975 gab er über Jahrzehnte sein großes Können als Trainer an den Nachwuchs und später an das Männerteam weiter, welches unter seiner Regie nach dem Gewinn der Meisterschaft in der Bayerischen Oberliga in zwei Aufstiegskämpfen mit Macht an das Tor zur 2. Bundesliga klopfte. Nach seiner aktiven Trainertätigkeit war er in den Jahren danach weiter als Sportwart für seinen KSV da und hatte sich abermals in der Jugendarbeit in besonderer Weise verdient gemacht. Als Sportler war er stets ein Vorbild, als Mensch und leidenschaftlicher KSVler verdiente er sich weit über die Landesgrenzen hinaus ein Höchstmaß an Wertschätzung.

Ebenfalls für 65 Jahre konnte der langjährige Vorstand und Ehrenvorsitzende des KSV, Georg Dauer, eine besondere Auszeichnung in Empfang nehmen. Er war ein Leistungsträger des erfolgreichen KSV-Teams, welches von 1957-1960 jeweils ungeschlagen den Titel des Nordbayerischen Mannschaftsmeisters gewann. Mit einem starken Georg Dauer kämpfte der KSV damals in einem denkwürdigen Endkampf um die Bayerische Mannschaftsmeisterschaft gegen den Südbayerischen Meister ESV Neuaubing, welcher zugleich auch amtierender Deutscher Mannschaftsmeister war. Bei den Deutschen Einzelmeisterschaften verfehlte er 1957 in einem sehr ambitionierten Teilnehmerfeld nur um Haaresbreite einen Medaillenplatz und landete am Ende auf einem hervorragenden vierten Rang. Bei den Bayerischen Meisterschaften der Senioren konnten ihm seine Kontrahenten in den Jahren 1957 und 1961 nicht das Wasser reichen, so dass er sich hier jeweils souverän den Titel sicherte. Nach Beendigung seiner langjährigen erfolgreichen aktiven Laufbahn stelle er sich 1969 als 2. Vorsitzender und Jugendleiter bei seinem KSV zur Verfügung. Ab 1974 lenkte er dann als 1. Vorsitzender über 30 Jahre die Geschicke des Vereins. Unter seiner Regie feierte der KSV Meisterschaften in der Landesliga, Bayernliga und der höchsten Bayerischen Klasse, der Oberliga und setzte dabei zugleich zum Sprung in die 2 Bundesliga an. Mit seiner ihn auszeichnenden ruhigen und besonnenen Art war er als allerorten geschätzte Führungspersönlichkeit stets einer der Erfolgsgaranten des Bamberger Traditionsclubs.

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