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Tim Schleicher verlässt Nürnberg Drucken

Stefan Günter    04.02.12
Künftig ringt der 23-Jährige für den KSV Aalen

Jahrelang hielt er seinem Heimatclub die Treue – jetzt geht Tim Schleicher neue Wege. Der 23-jährige Franke wird in der kommenden Saison für den Bundesligisten KSV Aalen auf die Matte gehen. Es dürfte für Johannis Nürnberg ein herber Verlust sein. „Mir ist die Entscheidung nicht leicht gefallen. Doch habe ich in den vergangenen beiden Jahren gemerkt, dass ich unbedingt auch einmal in den Play-Offs um den Titel ringen will“, sucht der Nationalringer eine sportliche Herausforderung. Was ihm bei den Franken verwehrt blieb, will er im etwa 130 Kilometer entfernten Aalen schaffen.
  

Tim Schleicher ist locker in diesem Gespräch. Er freut sich auf seine neue Aufgabe. „Ich glaube schon, dass wir eine coole Truppe sein werden. Das passt alles mit Sicherheit. Aalen ist auch ein Traditionsverein. Sie leben ja fürs Ringen“, gibt es doch einige Parallelen zu Johannis Nürnberg. Als Franke ist er ja auch nicht ganz alleine. Der frühere Hofer Ramsin Azizir trägt bereits das Trikot des KSV. „Selbst Christoph Ewald, ein guter Freund von mir, kommt nach Aalen. Zusätzlich haben sie auch noch gute Nachwuchsringer in ihren Reihen“, sieht sich Schleicher hier gut aufgehoben. „Ich glaube, ich muss mir keine Sorgen machen, dass ich mich hier unwohl fühle“. Schleicher, der erst einmal für ein Jahr bei den Württembergern unterschrieb, kann sich durchaus vorstellen, wenn alles passt, auch über eine längere Zeit dort zu bleiben. Tim Schleicher wurde im Hinblick auf seinen Wechsel auch mit kritischen Fragen konfrontiert. Dem Ruf des Geldes soll er gefolgt sein. Tim Schleicher weicht dieser Aussage in keiner Weise aus und fügt hinzu: „Das interessiert mich nicht. Der sportliche Reiz war hauptsächlich der vorwiegende Grund, sonst wäre ich ja schon aus Nürnberg früher abgezogen“, betont er. Natürlich sei Geld für ihn wichtig. Schließlich sei er ja Profisportler. „Ich verdiene meine Brötchen damit. Es gibt wohl kaum einen Ringer in der Bundesliga, der nur zum Spaß an der Freude auf die Matte geht“. BRV-Landestrainer Andreas Walter kann den Schritt von Tim Schleicher durchaus nachvollziehen. „Als Ringer hast du nur ein paar Jahre, wo du oben mitmischen kannst. Da ist es legitim, diesen Schritt zu gehen. Als Ringer hast du nicht immer die Möglichkeit Geld zu verdienen“. Walter, nebenbei noch Cheftrainer des SC Isaria Unterföhring, hofft, dass er nur einen gewissen Zeitraum Nürnberg fernbleibt und dann wieder zurückkehrt. Erich Stanglmaier sieht den Wechsel Schleichers aus einem anderen Gesichtspunkt. „Es ist für mich schwer zu sagen, ob er sich hiermit überhaupt sportlich verbessert. Johannis ringt doch in der 1. Bundesliga. Anders wäre es, wenn die Nürnberger in der Bayernliga oder Oberliga ringen würden“, ist der BRV-Vizepräsident doch leicht skeptisch. Weil Tim Schleicher bis 66 Kilogramm ringen will, Johannis aber schon mit Mario Besold ein heimischer Ringer diese Klasse ausfüllt, musste der 23-Jährige diesen Schritt in Richtung Aalen tätigen. „Er hat jetzt lange Nürnberg die Treue gehalten“, so Stanglmaier. Allerdings hat Johannis einen kleinen Trost: Sie haben beim DRB das Zweitstartrecht beantragt. „Wenn die Olympiaqualifikationskämpfe anstehen, hole ich die Fahrkarte für Johannis Nürnberg“, wird für Schleicher immer ein großes Stück Heimat in seiner Brust schlagen. Tim Schleicher war bereits 10 Mal Deutscher Meister, zweimal Vizeeuropameister der Junioren 2007/2008 und bei der Junioren-WM 2008 wurde er Dritter. Bei den Männern reichte es schon zu Platz fünf bei einer EM. Momentan ist der Franke bei der Sportfördergruppe in Schifferstadt stationiert. Für ihn laufen derzeit die Vorbereitungen auf die Olympiaqualifikationsturniere in Bulgarien, China und Finnland.




 

 
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